Posts Tagged ‘urlaub’

Unser Pilgerweg auf dem Camino Frances.

Da sind wir wieder… und ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt was zum Urlaub schreiben sollte. Ich wollte aber in jedem Fall zumindest kurz die einzelnen Etappen beschreiben und wie atemberaubend schön, aber auch teilweise beschwerlich der Weg war. Die vielen kleinen Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen passen jedoch nicht hier hin und so will ich gar nicht versuchen, etwas davon fest zu halten. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass es eine großartige Erfahrung war. Die Fotos dazu gibt es bei mir im Flickr.

Da wir leider aus zeitlichen Gründen nicht den gesamten Camino Frances zurücklegen können, beginnt unsere Reise in León, welches wir mit dem Flugzeit via Berlin und Madrid erreichen. León ist ein chices kleines Städtchen mit einer beeindruckenden Kathedrale und einer schönen Altstadt. Wir haben uns hier ein Zimmer in einem kleinen Hotel genommen, am Tag unserer Ankunft den Stempel in unserem Pilgerpass geholt und bewundernd die vielen Pilger bestaunt.

Kathedrale von León

1. Etappe: von León nach Hospital de Órbigo – 38km
Für die erste Etappe haben wir uns direkt die längste Tour unseres gesamten Pilgerweges vorgenommen. 38 Kilometer wollen wir bewältigen und der Tag verspricht schon morgens sehr heiß zu werden. Wir verlassen unsere Unterkunft um 7:00 Uhr und erreichen den Stadtrand mit den ersten Sonnenstrahlen im Rücken. Lernen bereits den ersten Pilger kennen, einen netten Opi aus Australien, sicher Ende 60 oder Anfang 70, der bereits seit 4 Wochen unterwegs ist – Wahnsinn! Während der ersten Stunden sind wir noch recht allein unterwegs und treffen nur alle paar Kilometer andere Pilger. Nach dem Mittag wird es sehr heiß, die Sonne brennt und weit und breit gibt es kaum schattenspendende Bäume. Um uns herum nur rote, verbrannte Erde und Staub, vor uns endlos gradeaus verlaufende Wege. Wir erreichen nach 11h Hospital de Órbigo und schlafen erst einmal 2h vor Erschöpfung in einem kleinen Hostal direkt am Fuß der alten römischen Steinbrücke im Zentrum des Dorfes. Auf dem Kirchturm nisten 3 Storchfamilien und wir sehen insgesamt 7 Störche. Schlafen nach dem Essen, unserem ersten Pilgermenü, wie Steine ein.

Hospital de Órbigo

2. Etappe: von Hospital de Órbigo nach Astorga – 18m
Es geht wieder um 7:00 Uhr los, wir Frühstücken in unserem Hostel mit Café con leche und Croissant. Ein deutsches Pärchen fühstückt am Tisch neben uns und grüßt freundlich. Zum Glück sind es heute nur 18km, der gestrige Tag steckt uns noch voll in den Knochen und uns quält der Muskelkater. In den frühen Morgenstunden sind 7 Pilger mit uns auf dem Camino unterwegs, der auf einer Strecke von 15km mehr oder weniger permanent bergauf führt. Gegen MIttag erreichen wir Astorga und finden ein Zimmer in einem Altersheim, welches ebenfalls Doppelzimmer vermietet… etwas gruselig aber wir wollen hier ja nur Duschen und Schlafen. Astorga ist wunderschön, das Museum der Kathedrale ist eines der schönsten, dass ich je besucht habe und auch die Kathedrale selbst ist wunderschön. Der Bischoffspalast neben der Kathedrale wurde von Gaudi gebaut und ist ein wahres Kunstwerk. Treffen das deutsche Pärchen von heute Morgen wieder, erzählen und lachen zusammen. Abends essen wir lecker fettige patatas fritas auf dem Rathausplatz und fallen erschöpft um 22 Uhr ins Bett.

Auf dem Weg nach Astorga

3. Etappe: von Astorga nach Rabanal del Camino – 20km
Wir verlassen Astorga um 7:00 Uhr ohne Frühstück, holen dies jedoch im ersten Ort auf dem Camino nach. Das Frühstück ist großartig, lecker Bocadillo con queso und café, die Sonne kitzelt uns in den Augen und alle Pilger scheinen gut gelaunt zu sein. Deren Anzahl scheint sich plötzlich verdreifacht zu haben, soviele sind hier grade unterwegs. Der Weg nach Rabanal ist mühsam und oft steil ansteigend, das Dörfchen selbst jedoch wunderschön. Wir übernachten in einer privaten Herberge, wo wir für wenige Euro ein Doppelzimmer ergattern. Verbringen den Nachmittag schwatzen mit dem deutschen Pärchen, von dem wir nun auch endlich die Namen erfahren haben. Mittlerweile sehen wir auf den Etappen jeden Tag die gleichen Gesichter. Mal überholen uns diese, mal überholen wir sie, immer freundlich grüßend und am Abend trifft man sich dann meist noch einmal wieder.

kurz vor Rabanal del Camino

4. Etappe: von Rabanal del Camino nach Molinaseca – 26km
Da die heutige Etappe etwas länger wird gehen wir bereits um 6:15 Uhr los und sind somit schon vor der Sonne auf den Beinen. Über 7km geht es steil bergauf zum Cruz de Ferro. Beim Frühstück in einer Herberge nach 4km treffen wir unser Pärchen wieder und legen die letzten Kilometer zum Pass zusammen zurück. Das Cruz de Ferro (1517m ü.N.N.) gilt als eines der symbolträchtigsten Monumente des gesamten Jakobsweges. Auf einem Steinhaufen tront ein 5m hoher Eichenstamm der von einem Metallkreuz gekrönt wird. Der Steinhaufen wächst stetig, einer uralten Pilgertradition folgend. Diese besagt, dass jeder Pilger an dieser Stelle einen Stein, stellvertretend für alle inneren Lasten, ablegen soll. Ich habe dafür auch extra einen Feuerstein vom Strand der Ostsee eingepackt und füge ihn zu den hundertausend anderen Steinen hinzu. Die Aussicht von hier oben ist gigantisch und wunderschön. Nach Molinaseca geht es dann über etliche Kilometer steil bergab, auf Schotterpisten, steinigen Pfaden und durch enge kleine Dörfer. Molinaseca ist angenehm still, trotz der vielen Pilger und wir genießen den Nachmittag mit den Füßen im Wasser des kleinen Flusses, der das kleien Städtchen durchquert.

am Cruz de Ferro

5. Etappe: von Molinaseca nach Villafranca del Bierzo – 32km
Heute liegt eine der anstrengendsten Etappen vor uns und so verlassen wir bereits um viertel vor 6 die Stadt und legen die ersten Kilometer in vollkommener Dunkelheit zurück. Es ist angenehm kühl und so kommen wir sehr schnell voran. Bei Sonnenaufgang erreichen wir bereits Ponferrada, wo wir die gewaltig Templerburg leider nur im Vorbeigehen bewundern können, da wir die Stadt schnell durchqueren wollen – die Temperatur steigt mit jeder Stunde stark an. Gegen Mittag durchqueren wir bei 35°C die Wein- und Obstberge des El Bierzo, vorbei an Kirschbäumen, die vor roten Früchten keine Blätter zu haben scheinen. Vollkommen kaputt kommen wir um 14:30 Uhr in Villafrance del Bierzo an, schlafen kurz und erkunden dann das kleine Städtchen. Unser Abendessen besteht heute aus selbstgemachten Bocadillos mit Zutaten aus dem Supermercado, dazu leckere Oliven und frische knallrote Tomaten.

Kirschbäume bei Villafranca del Bierzo

6. Etappe: von Villafranca del Bierzo nach O Cebreiro – 29km
Wir beginnen unseren heutigen Pilgerweg um 6 Uhr und entscheiden uns im Morgengrauen gegen den Camino Duro und laufen nun also die nächsten Kilometer entlang der alten Nationalstraße. Wer Hapes Buch gelesen hat, wird sich an dieses Kapitel noch gut erinnern, da es jedoch mittlerweile eine neue Autobahn gibt, haben wir die von Hape beschriebenen Schrecken dieser Tour überhaupt nicht erleben müssen. Nach zwei Stunden legen wir eine Pause in einem kleinen Örtchen namens Pereje ein, wo es in einer Bar ein geniales Frühstück gibt: Pfannekuchen. Nach zwei Stück dieser Köstlichkeit und einem großen Café con leche sind wir super gut drauf und gestärkt. Um 12 Uhr erreichen wir unser eigentliches Ziel des heutigen Tages: die (schwäbische) Pilgerherberge in La Faba (in der man umsonst übernachten kann, wenn man eine Strophe eines Gedichtes/ Liedes eines schwäbischen Poeten aufsagen kann). Da es in dem kleinen Örtchen außer der Herberge nicht viel gibt, die Sonne sich heute hinter den Wolken versteckt und wir anscheinend noch immer Kraft vom Frühstück in den Knochen haben, entscheiden wir uns, bis nach O Cebreiro weiter zu laufen. Diese 5km werden in jedem Jakobswegführer (und von allen anderen Pilgern) als die härtesten Kilometer des gesamten Weges beschrieben, gilt es doch 300 Höhenmeter auf steinigen und felsigen schmalen wegen zu überwinden. So überholen wir auch etliche japsende und schwitzende Pilger auf diesem Stück weg und erreichen voller Glück den Grenzstein nach Galicien. Nur kurze Zeit später erreichen wir O Cebreiro und werden mit einer umwerfenden Aussicht belohnt. Wir finden ein tolles Zimmer in einem alten Bauernhaus und genießen Abends die letzten Sonnenstrahlen bei selbstgemachten Bocadillos und einem Café. Achja, heute ist Halbzeit. Leider.

Grenzstein nach Galicien

7. Etappe: von O Cebreiro nach Triacastela – 21km
Für den Abstieg nach Triacastela hat uns unser Reiseführer eine gewaltige Aussicht versprochen. Leider ist O Cebreiro am Morgen in dichten Neben gehüllt, der sich über den gesamten Tag nicht lichtet. So traben wir, mit einer Sicht von nicht mehr als 50m, stur den gesamten Weg vor uns uns. Es gibt rein gar nichts zu sehen und auch um uns herum scheinen alle Pilger leicht bedrückt zu sein. Außer einem gelegentlichen Hola kommt heute kaum jemandem etwas anderes über die Lippen. In Triacastela finden wir eine schönes Zimmer in einer privaten Herberge, die auch über Waschmaschine und Trockner verfügt. So können wir seit Tagen zum ersten Mal wieder unsere Wäsche richtig waschen, ein Traum. Um 19:00 Uhr besuchenwir die Pilgermesse, die wirklich schön ist (auch für mich als Atheisten), da der Pfarrer die Pilger selbst in ihrer jeweiligen Muttersprache an der Predigt teilhaben lässt. Natürlich darf Angela den deutschen Part übernehmen. Die Küche der Herberge ist toll ausgestattet und so zaubern wir uns zum Abendessen eine tolle Nudelsuppe, mit frischem Brot, galicischem Käse, Oliven und Salami. Wir schlafen mit der Hoffnung ein, dass der am Abend begonnene Regen, morgen wieder vorbei sein möge.

Nebel

8. Etappe: von Triacastela nach Sarria – 17km
Auch dieser Tag beginnt grau in grau und nasskalt, es liegen nur 17km vor uns, die jedoch steil bergauf und bergab verlaufen sollen. Der Regen hat außerdem dazu beigetragen, dass viele Wege sich in matschige Tümpel verwandelt haben, was das Laufen zusätzlich erschwert. Wir erreichen Sarria bereits gegen Mittag, nachdem wir auf der Strecke kaum Pilger getroffen haben, sie sich wohl alle für die längere Tour über Samos entschieden haben. In einem kleinen Outdoor Laden kaufen wir uns Regenponchos, da die Niederschläge laut Wetterbericht wohl weiter zunehmen werden. In einer sauberen und schönen privaten Herberge bekommen wir ein Doppelzimmer und lassen uns von der hauseigenen Küche ein tolles Mittagessen zaubern. Angela beschließt danach im Aufenthaltsraum noch etwas mit den Pilgern zu quatschen, während ich etwas schlaf nachhole. Als ich zwei Stunden später aufwache hat ein gewaltiges Gewitter eingesetzt. Waren wir Anfangs noch allein in der Herberge ist diese nun komplett voll und der Aufenthaltsraum randvoll. Angela hat natürlich schon massig Bekanntschaften gemacht und ist fleißig am quatschen. Abendessen gibt es heute wieder aus dem Supermercado, diese Oliven hier sind einfach unglaublich gut.

nach Sarria

9. Etappe: von Sarria nach Portomarín – 21km
Es geht um 7:00 Uhr in leichtem Niesel und Nebel loss, die Tour soll laut Pilgerführer einfach werden, wir merken jedoch schnell, dass viele Straßen und Wege vom Regen aufgeweicht sind. Wir kommen dennoch sehr zügig voran und schaffen die 21km in knapp fünf Stunden. Unsere Ponchos haben uns heute bereits mehrfach sehr gute Dienste geleistet. Da die Herbergen in Portomarín nicht wirklich überzeugen können, machen wir uns auf die Suche nach einem Doppelzimmer. Wir werden im besten Hotel der Stadt fündig, wo wir für wenig Geld in einem kleinen Zimmer unter dem Dach (mit Bad auf dem Gang) Unterkunft finden – perfekt. Der Ort selbst ist sehr langweilig, aber wir finden einen kleinem Ramschladen, wo wir uns ein Kartenspiel kaufen… und irgendwie habe ich im Regen Sudoku für mich entdeckt.

Abenteuerliche Wege

10. Etappe: von Portomarín nach Palas de Rei – 24km
Ich würde gern schreiben, dass wir kurz nach Sonnenaufgang gestarten sind, doch leider habe dich durch die vielen Regenwolken keine Sonne erblicken können. Es ist wieder alles nass und kalt und so starten wir von Anfang an in unserer Regenmontur. Dieser Abschnitt des Camino ist recht einfach zu bewältigen und die Natur um uns herum ist wunderschön, trotz des vielen und oft starken Regens. Palas de Rei ist leider auch recht verschlafen und so gibt es nicht viel zu erzählen.

Galicischer Maisspeicher

11. Etappe: von Palas de Rei nach Arzúa – 29km
Heute morgen werden wir schon vom Regen auf dem Dachfenster geweckt. Es erwartet uns noch einmal eine sehr anstrengende und lange Etappe, die heute auch noch durch starken Wind erschwert wird. Wir sind dankbar für jede Pause, in der wir kurz einen Teil der nassen Klamotten ausziehen und wechseln können. Alles ist klamm und kalt. Als unsere Stimmung grad auf dem Tiefpunkt zu sein scheind treffen wir auf eine Pilgerin, die uns schon in den vergangenen Tagen begleitet hat, mit der wir jedoch bis auf ein freundliches Hola! bisher kein Wort gewechselt haben. Wie sich herausstellt stammt sie aus Nebraska, hat gerade sieben Monate als Englisch Lehrerin in Süd Spanien gearbeitet und läuft den Camino vor ihrer Rückkehr in die Staaten. Schnell sind wir drei in ein intensives Gespräch vertieft und die Zeit vergeht wie im Flug. Im Nu erreichen wir Arzúa wo wir uns gegen eine Herberge und für eine Pension entscheiden, wo wir unsere Klamotten, die komplett durchnässt sind, trocknen wollen. Es regnet ab dem Nachmittag ununterbrochen, was uns dazu zwingt, uns meist drinnen aufzuhalten: Café con leche, Kartenspiele und Kirchenbesuch.

Regen, Regen, nichts als Regen!

12. Etappe: von Arzúa nach Pedrouzo – 19km
Die vorletzte Etappe. Durch leichten Regen geht es entlang grüner Wälder voran. Mit uns sind viel Dutzend Pilger unterwegs und man kann in allen Gesichtern die Hoffnung auf besseres Wetter lesen. Der Regen lässt auch heute kaum Aktivitäten zu und außer dem großartigen Hamburger zum Abendessen gibt es kaum Interessantes zu erwähnen.

Pilger Pause

13. Etappe: von Pedrouzo nach Santiago de Compostela – 22km
Heute ist es soweit, des Ziel unseres Pilgerweges liegt vor uns. Leider wird sich im Laufe des Tages herausstellen, dass dies zugleich auch der vielleicht schlimmste Pilgertag werden soll, da es von Anfang an wie aus Eimern von Himmel gießt. Nach zwei Stunden Marsch durch Dauerregen sind wir bereits patschenass, der anscheinend immer stärker werdende Wind erschwert und das Laufen und lässt uns in den nassen Klamotten frieren. Nach 4h erreichen wir den Monto do Gozo, übersetzt “Berg der Freude”, benannt nach dem Glücksgefühl, dass die Pilger verspüren, wenn sie zum ersten Mal von hier die Türme der Kathedrale von Santiago erblicken. Es regnet jedoch so stark, dass wir von der Spitze des Berges keine 10m weit schauen können, was unsere Freude merklich dämpft. Erst nachdem wir uns in Santiago mit Hilfe der Pilgerinformation ein super schönes Hotel genau im Zentrum besorgt haben, dort aus den klatschnassen Klamotten unter die heiße dusche geschlüpft und schließlich in den wenigen trockenen Dingen im Pilgerbüro stehen, wo wir gegen vorlage unseres Pilgerpasses die Compostela, das Zeugnis unseres Pilgern entgegen nehmen, erreicht uns langsam ein glückliches Gefühl.

Kathedrale in Santiago de Compostela

Die kommenden zwei Tage in Santiago sind wunderschön, denn der Himmel reißt endlich auf und die Sonne kehrt mit all ihrer Kraft zurück. Wir sehen unglaublich viele bekannte Gesichter wieder, beglückwünschen einander und erkunden gemeinsam die vielen kleinen Lokale, Bars und Restaurants. Die Kathedrale ist unglaublich schön und es ist ein bewegendes Gefühl mit den gelaufenen Kilometern in den Knochen davor zu stehen. Die Pilgermesse ist ebenso beeindruckend, die Kathedrale ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt und als am Ende der Messe eine ungarische Pilgerin das Ave Maria singt halten alle die Luft an, ein unvergesslicher Moment.

Da die Sonne uns noch etwas bestehend bleibt entscheiden wir uns am letzten Tag vor unserer Abreise dazu mit dem Bus nach Finisterre zu fahren. Viele Pilger, denen Santiago zu touristisch ist, suchen die Ruhe in den verbleibenden Kilometern zum Kap Finisterre. Der Name Finisterre bedeutet “Ende der Welt” und geht auf frühere Zeiten zurück, da dieser Kap als westlichster Punkt Europas und somit als das Ende der Welt angesehen wurde. Da wir keine Zeit mehr haben, können wir diesen Weg nicht mehr zu Fuß zurück legen. Die Gefühle dort am Kap zu beschreiben will ich gar nicht erst versuchen, wenn überhaupt lasse ich ein paar Bilder davon sprechen, in jedem Fall sollte man dies jedoch selbst erleben.

am Kap Finisterre

Wir sind dann mal weg :)

Ach, ich wollte erst der Versuchung widerstehen, Hape noch vor Reiseantritt zu zitieren, aber nachdem ich heute die letzten Seiten gelesen habe und vor lauter Vorfreude nun kaum noch an mir halten kann, musste es nun sein.

Wir werden uns also heute auf den Weg nach Berlin machen, morgen gen Spanien abfliegen und am Freitag in aller Herrgottsfrühe mit unserer Pilgerung auf dem Jakobsweg beginnen. Wie wir das schaffen wollen in den mageren zwei Wochen Urlaub die uns vergönnt sind? Nun, gar nicht. Die Gesamtstrecke von über 850km wäre zweifellos nur in einem leichten Jogging während dieser Zeitspanne zu absolvieren. Da man aber als echter Pilger durchgeht, wenn man wenigstens die letzten 100km zu Fuß zurück gelegt hat, werden wir von León aus starten und über 13 Etappen nach Santiago de Compostela pilgern; immerhin auch gut 350km.

Wünscht uns Glück und keine Blasen :)

Wir sind dann mal weg!

Rückblick

Erstaunlich wie wenig hier in den letzten Tagen und Wochen passiert ist … könnte man jedenfalls meinen, würde man allein den Blogeinträgen und deren Inhalten Glauben schenken. Ich glaube ich beschließe hier und heute, keine reinen Videopostings mehr zu hinterlassen – ok vielleicht TED Vorträge ausgeschlossen. Tatsächlich habe ich in den letzten Tagen festgestellt, dass ich vieles von dem Müll, den ich sonst hier abgelassen habe, auch mit nur 140 Zeichen per Twitter in die Welt posaunen konnte.

Beim Thema Twitter fällt mir ein, dass ich mir jetzt auch einen reinen Büro Account zugelegt habe. Am Anfang war es absolut ok, dass einige meiner Kollegen dort mitlesen konnten, nachdem jedoch zwei meiner direkten Chefs ebenfalls fleißig mitlasen, wurde mir das ganze doch zu bunt. Ich habe dort zwar nichts verwerfliches zu verbergen, aber eine gewisse Trennung sollte es doch geben. Parallel dazu habe ich seit letzter Woche auch einen neuen Skype Account, ebenfalls rein für die Arbeit. Bisher war das mit einem Account kein Problem, von den gelegentlichen Ablenkungen von Freunden und Bekannten abgesehen, funktionierte die Trennung von Kollegen und Freunden prima. Nachdem mich jedoch in den vergangenen Wochen zunehmend nach 23 Uhr und am Wochenende Kollegen und Kunden anriefen und anschrieben, habe ich diesem Spaß nun ein Ende gesetzt.

Was noch?
Unsere Basketball Saison ist nun leider vorbei, mit einem guten zweiten Platz haben wir zwar den Aufstieg in die zweite Regionalliga verpasst, müssen uns aber hinter diesem Ergebnis, glaube ich, trotzdem nicht verstecken. Leider habe ich nun jedoch nur noch 1x pro Woche Training, was meiner momentan wirklich ausgezeichneten Fitness nur wieder entgegen wirkt. Ergo wurde nach Alternativen gesucht, so bin ich denn nun bei Sportspaß angemeldet, habe vor mit einem Freund regelmäßig Squashen zu gehen und kann nun auch endlich wieder Joggen gehen.

Unsere Wochenenden waren und bleiben bewegt und aufregend, auch wenn ich nun nicht mehr jeden Sonntag zum Spiel muss. Gerade gestern sind wir von einem Kurztrip nach Kopenhagen zurück gekehrt, wo wir Nadja und Sven besucht haben. Mit Petrus’ Segen im Rücken und Sonne auf dem Kopf konnten wir die schönsten Seiten Kopenhagens mitnehmen, am Hafen die Oper bestaunen, die königliche Residenz bewundern und am Strand die Muscheln unter den Schuhsohlen knirschen hören. Sieht man einmal von den absolut unverschämten Preisen ab, ist Kopenhagen definitiv eine Reise wert, besondern jetzt, da die Tage wieder länger werden. Aber allein für die Fahrt über die Storebælt-Brücke hat sich die viereinhalb stündige Fahrt gelohnt. Fotos im Flickr.

Indre By

La première semaine, die erste Woche.

Nur ganz kurz (und für Seppi): die erste Woche ist leider schon rum, aber wir haben schon jede Menge erlebt und gesehen.

Am Montag reichte es nur noch zum Abendessen, am Dienstag waren wir dann bereits in Montrèal unterwegs, genüsslich frühstücken und direkt neben der Formel 1 Strecke am Strand Sonne tanken, um schliesslich ein wenig durch die Stadt zu flanieren. Mittwoch bis Freitag waren wir dann in Toronto, abgesehen von den 7h auf dem Highway (dank den maximal erlaubten 100km/h), tolle Stadt, klasse Hostel, viel zu sehen. Natürlich direkt die Niagara Fälle und den CN Tower mitgenommen und ordentlich Laufmeilen gesammelt. Samstag und heute waren wir im Nationalpark “de la Moricie” zelten, Kanu fahren und Moskitos jagen.

Morgen geht es weiter nach Quèbec City, danach entlang des St. Lorenz Stroms ins Landesinnere.
Bon nuit.

Oh wie schade!! Oh wie schön!!!

Vor dem Urlaub

Mist, mit dem Europameister hat es leider nicht geklappt, aber passt schon, super starke Spanier, schwache Deutsche und gut. Am Ende bleibt mir die Genugtuung morgen nicht ins Büro zu müssen, um mir das schadenfrohe Geschwätz der schweizer Kollegen anhören zu müssen.

Denn ach, wie ist das schön, morgen geht es endlich in die Ferien. Zwei Wochen Kanada plus eine Woche USA. Heisst, dass ich bis zum 22. Juli nicht zu erreichen bin. Um so schöner ist auch der Urlaub, als dass wir am Freitag unsere Wohnung in Hamburg gefunden haben.

Bis bald also, adieu.

Silvester 2007, schön wars!

Viel zu kurz und doppelt so schön. Ein einzelner Satz mit dem sich der gesamte Weihnachts- und Silvester Urlaub beschreiben lässt. Obwohl ich wiedermal mehrere tausend Kilometer hinter mich bringen musste und zum ersten Mal am Heiligabend in einem halb tapezierten Wohnzimmer saß… natürlich ohne Baum. Als die Herzdame dann jedoch dazu stoß wurde alles sehr viel freundlicher und der Schwedter Familienclan raufte sich zu einen tollen Weihnachtsfest zusammen.

Viel wichtiger waren aber die Tage vom 27.12. bis 01.01.08. Da Angela und ich im vergangenen Jahr keinen Urlaub zusammen hatten (und auch aller Voraussicht nach im kommenden Jahr vom gleichen Schicksal heimgesucht werden) entschlossen wir uns zu einem Kurzurlaub über die Jahreswende. Da wir ja bereits in Schwedt waren, lag die Ostsee als Ziel sehr nah und mir ohnehin am Herzen. Wer mich kennt, weiß welcher Ort mir als erstes durchs hirn schoss und der wurde es letztlich auch. Nie hätte ich mir vorstellen können, dass Prerow, welches mir durch so viele Sommerzeltabenteuer ans Herz gewachsen ist, auch im eiskalten Dezember so schön sein kann. Natürlich alles eine Frage der Ausrüstung, mit Gummistiefeln und winddichten Jacken gelang es uns, jedem Wind zu trotzdem und die See hautnah zu erleben.

Robert in Prerow im Wasser

Am Silvesterabend kam es dann noch schlimmer: ich sah so viele Menschen auf der Prerower Seebrücke wie noch nie zuvor. Ein gewaltiges Getümmel von Menschenmassen, ein fast zwei Stunden anhaltendes Feuerwerk aus Tausend Knallern und Raketen. Außerdem habe ich endlich meine optimale Umgebungstemperatur zum Tanzen gefunden: sie liegt bei genau 2°Celsius. So kalt war es nämlich, als wir nach Mitternacht noch wild und vom Sekt beflügelt über die aufgebaute Außentanzfläche hoppsten und ich erstmals beim Abkaspern nicht in Schwitzen kam :) Das Foto zeigt uns beim Anstoßen zur Nullstunde mit unseren Sektgläsern.

Silvester 2007 zur Nullstunde

Ich möchte abschließend nicht versäumen, auf unsere sehr gute Unterkunft hinzuweisen. Wir hatten uns eine kleine Ferienwohnung im Haus von Familie Reyer in Prerow ausgesucht, der Preis war absolut ok und die Lage mit 5 min Entfernung zum Zentrum perfekt. Die Wohnung war sehr sauber, komplett eingerichtet mit Herd/ Ofen und das Schlaf-/ Wohnzimmer war sehr freundlich eingerichtet. Man hieß uns äußerst freundlich willkommen, wir fühlten uns in der Ferienwohnung sehr wohl und aufgehoben und verbrachten eine tolle Zeit. Link: Haus Reyer Prerow.

PS: achja, fast hätte ich es vergessen, Fotos gibts bei Angela im Flickr.