August 15th, 2007
Brüssel und die Halbwahrheiten.

Seid Ihr schon mal in einer Stadt als Tourist unterwegs gewesen, die so hässlich und dreckig war, dass Ihr Euch permanent geweigert habt, die Kamera zu bemühen? Falls nicht, so solltet Ihr Brüssel ganz oben auf die Liste setzen. Ich habe mit Abstand in meinem Leben keine schmutzigere Stadt gesehen und ICH habe in Berlin gewohnt!
Aber was war denn nun eigentlich so schlimm, werdet Ihr fragen. Nun da fällt mir einiges ein, angefangen bei den Tonnen von Hundesche*** auf der Straße, Dimensionen und Multiversen über Berliner Verhältnissen. Aber auch der umherliegende und -fliegende Dreck war nicht zu verachten. Gibt es doch nichts schöneres, als wenn einem auf dem Palastplatz im Sekundentakt Flyer, Plastiktüten und sonstiger Müll um und zwischen die (natürlich kurzhosignackten) Beine geweht wird. Oder man auf der Palastterrasse steht, mit einer eigentlich sehr schönen Aussicht auf Brüssel und dann jedoch beim Herabsinken des Blickes auf einen enormen Müllberg aus Cola-Dosen und ähnlichem Rotz stößt.
Aber natürlich habe ich den Blick auch nach oben gewendet, doch da wurde es nicht besser. Brüssel sah sicherlich einmal wunderschön aus, mit herrlich detailliert verschmückten Fassaden, phantasievollen kleinen Gässchen und prunkvollen Promenaden… ca. um 1704. Denn seit dem wurde anscheinend NICHTS mehr an den Gebäuden gemacht. Selbst in Bereichen wo Fahrzeuge keine Zufuhr haben und der Smog nicht direkt und permanent die Fassaden angreift, strotzt das Bild nur so von Hässlichkeit und Verfall. Sehr selten findet man einen lieblos restaurierten Fassadenteil, farblich scheint man sich schon vor langer Zeit auf ein unschmückendes Leichengrau geeinigt zu haben und Bildhauer der unzähligen, einstmals schönen Statuen, wurden wohl vom gleichen schlechtriechenden Wind aus der Stadt getrieben, der den Müll über die Straßen und Plätze treibt.
Letztlich war es dann auch keine Überraschung, dass das so bekannte Männeken Pis (Link) den bereits durch die Unmengen asiatischer Touristen vernichteten Charm, letztlich komplett einbüßte. Laut Wikipedia symbolisiert er den “rebellischen Geist der Brüsseler Bürger”, mir fällt dazu jedoch nur eine Szene der vorangegangenen Nacht ein, als wir gut benebelt über den Palastplatz marschierten, zuerst von mehreren Typen aggressiv schief angemacht wurden und letztlich einer kleinen Gruppe beim Urinieren in genau den Springbrunnen zusahen, in dem heute mehrere Kinder spielten. Seinem Ruf, ein unangenehmes Nachtleben zu haben, wurde Brüssel also ebenfalls gerecht.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich absolut enttäuscht bin. Ich hatte mir wirklich mehr von Brüssel erhofft und packe nun all meine Hoffnungen in Brügge, wo es mich nächstes Wochenende hinziehen wird. Palimpalim.
kann aus eigener Efahrung sagen dass Bruegge um einiges schoener ist, sehr idyllisch und traumhaft! hoffe dass das wetter mitspielt und ihr den beginenhof bewundern und einen kaffee in einem der vielen kleinen cafes entlang der kanaele geniessen koennt!
ick denk beim tauchen an dich!